Dienstag, 1. Oktober 2013

Unser Wohnzimmer hatte dringend eine Verschönerung nötig

Hallo,

dass wir in einem eigenen Haus wohnen wissen die meisten von Euch mittlerweile und wenn Ihr Euch das Foto anschaut, dann seht Ihr, dass das Haus echt toll aussieht, aber aufgrund des Alters (BJ 1909) steht doch immer mal eine Reparatur an.

Straßenansicht

Rückansicht


Nach dem Einzug vor knapp 15 Jahren habe, wir im Wohnzimmer "provisorisch" einen Teppichboden verlegt. Hauptsache, man konnte erst mal ins Haus, wobei natürlich klar war, dass es irgendwann richtig gemacht werden muss.
Grund:
1. Sieht der Teppich irgendwann nicht mehr so toll aus und
2. war neben einem Fenster der alte Holzboden beschädigt und das muss ja ausgebessert werden

Dann war es so weit, ich war meinem Schatz lang genug in den Ohren gelegen und er konnte sich nicht mehr länger weigern - zumal ich einfach einen Handwerker geholt habe , damit der einen Kostenvoranschlag macht.
Einen Handwerker in unserem Haus - das geht nicht!!!  Ich hatte da meinen Mann an seiner Ehre gepackt ;-)

Als wir dann auch noch hörten, dass er ca. 2.000 - 3.000 Euro für das Material und dasselbe als Arbeitslohn verlangt, wir aber keinesfalls mit mehr als 10.000 Euro rechnen müssten, war klar wir machen es selbst.

Gesagt, getan, wir legten los und räumten das Zimmer aus.
Danach hat mein Mann den alten Teppich entfernt und auf den nächsten beiden Bildern seht Ihr, wie es darunter aussah. Eine Katastrophe! Es handelt sich um 100 Jahre alte Dielen und wir hatten eigentlich den Schaden beheben und dann den Boden aufarbeiten wollen.
Kein Wunder, dass ich beim Einzug erst mal nur nen Teppich verlegt und das Problem vertagt habe.


Der Schaden ist groß
Wer sich auskennt, der sieht natürlich gleich, dass dieser Boden nicht einfach so beschädigt ist.
Der Schaden kommt von einer undichten Stelle am Dach (aufgrund dessen das Wasser bei extrem starkem Regen 2 - 3 x im Jahr ins Haus läuft und von der Decke genau auf die vorher schon kaputte Stelle tropft), wo in einer Kehle 2 Dächer zusammen laufen und die Ziegel sind zu eng reingesetzt; evtl. hat auch die Bleirinne Löcher.
Der Versicherung fällt jedes Mal etwas Neues ein was noch geprüft und gemacht werden soll (und genau wie sie es hofften haben wir nun die Nase voll und verfolgen es bei ihnen nicht weiter).
Wir beide können leider nicht auf's Dach klettern und einen Dachdecker können wir uns eigentlich nicht leisten. Als wir dennoch bereit waren in den sauren Apfel zu beissen und den Dachdecker selbst zu bezahlen kam Folgendes dabei heraus:
Der ortsansässige Dachdeckerbetrieb Walz kam trotz mehrmaliger Anfrage und Terminabsprache gar nicht vorbei. Zwei Weitere tätigten die Aussage: "Wenn wir Ihr Dach neu decken sollen, dann kann ich Ihnen im nächsten Monat meine Leute vorbeischicken, wenn Sie bloß den Schaden behoben haben wollen, dann versuchen Sie es doch bei einer anderen Firma oder wir machen einen Termin für in ein oder zwei Jahren, aber bis dahin haben Sie ja sicher schon längst eine andere Firma gefunden"
Haben wir nicht, denn allein für die Prüfung ob wir mit unserer Vermutung der kaputten Bleirinne recht haben wollen alle einen Kran stellen, der so etwa 1000 Euro kostet und wer bitte soll dann noch die Reparatur bezahlen?  (Schade, dass es keinen Dachdeckertest gibt, wir würden uns sofort bewerben) ;-)

Fällt Euch der Tapetenablöser auf? (das Gerät arbeitet mit Heißdampf)

Doch zurück zum Thema.
Wir entfernten die Tapete an den Wänden (mit dem Heißdampfgerät) und da wir schon mal dabei waren wurde anschließend der Kamin geöffnet, gereinigt und neue Platten oben aufgelegt... 

Den Boden wollten wir ja aufarbeiten und durch die ganzen Kleberreste war das ja nicht möglich. Abschleifen wollten wir nicht, weil das Schleifpapier ständig verklebt gewesen wäre und dann hatte ich eine super Idee. 
Ich nahm das Heißdampfgerät und bearbeitete damit die Dielen. Sobald der Belag gelöst war, kratzte ich vorsichtig mit einem Spachtel alles runter. Ich benötigte dafür 4 Wochen, aber ...

Leider war es uns nicht möglich Dielen im richtigen Format zu bekommen und so blieb uns nur das Loch sauber auszusägen und eine passende Platte einzusetzen um den Boden plan zu bekommen.

der Boden ist fertig

Als der Boden vorbereitet war, haben wir auf 3 Wänden Rollputz in "sand" aufgebracht und schon war es Zeit einen neuen Boden zu verlegen, aber was macht man in so einem alten Haus?
Wir haben uns für Echtholzdielen in Kiefer entschieden, die natürlich quer zum alten Boden verlegt wurden.
Ich wollt wissen warum? Nun, damit sich Belastungen quer verteilen und es nicht zu Längsreibungen oder auch Unebenheiten kommt; außerdem kann man den Boden dann ohne ständiges Knarzen belaufen.

Die alten Dielen haben wir aus drei Gründen drin gelassen
1. Isolierung von unten 
2. Der Untergrund war eben 
3. Wer weiß, was drunter ist ;-)

wir belegen neu

Hier war mein Mann lediglich mein Handlanger. Ich habe gemessen und er durfte die Dielen passend sägen, mir geben und ich brachte auf der Unterseite zunächst Kleber an und bohrte dann an mehreren Stellen durch die Nut und schraubte die Bretter am Boden fest.
Manchmal kamen mir fast die Tränen. Erst habe ich den Boden so schön sauber gemacht und nun kam wieder Kleber drauf.

wie Ihr seht haben wir das letzte Weihnachtsfest schon im neuen Zimmer gefeiert

Nach dem Einräumen der Möbel fand ich es schon mal richtig toll und wir waren auch fast fertig, doch...
ich hatte ja vorhin erwähnt, dass wir den Rollputz nur auf 3 Wände gestrichen haben - da fehlte also noch etwas

Die vierte Wand wurde in einem Farbton zwischen "sand" und "ocker" gestrichen und mit Verblendungssteinen beklebt.
Anschließend war ich der Meinung, dass der terrakottafarbene Vorhang (Bild oben) nicht mehr passt und so wurde einer in Dunkelbraun (Bild unten) gekauft.


Der Kamin; die Lampe ist von IKEA



Alles in allem haben wir fast 3.000 Euro ausgegeben und ca. 6 Wochen in diesem Zimmer gewerkelt.


Was meint Ihr, ist uns das Zimmer gelungen, würdet Ihr Euch dort auch wohlfühlen?
Habt Ihr schon einmal eine Renovierung durchgeführt?

Gruß,

Alexandra

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